Andy wurde im September 2020 Vorsitzender von Thought Machine. Er ist zudem Vorsitzender für Global Banking bei der Boston Consulting Group und war zuvor Group Chief Operating Officer bei HSBC. Er hat einen Abschluss in Mathematik und Ingenieurwesen vom Trinity College Dublin.
Was hat Sie zu Thought Machine gezogen?
Ich liebe das Innenleben des Bankwesens – die Leitungen und Verbindungen. Das war schon immer so. Es ist seit über 30 Jahren mein Leben. Beruflich gesehen bin ich ein ziemlich fokussierter Mensch. Wenn man ein Venn-Diagramm meiner Interessen zeichnen würde, würden sich alle Kreise eng überschneiden! Als ich Paul Taylor, Will Montgomery und den Rest des Teams zum ersten Mal traf, hatten wir ein sehr direktes Gespräch. Ich kenne mich mit den Abläufen in Großbanken bestens aus und hatte das Gefühl, viel von meiner Erfahrung einbringen zu können. Und ich glaube, der Vorstand wollte jemanden, der in der City glaubwürdig ist.
Thought Machine hilft Banken dabei, ihre veralteten „Spaghetti-Systeme“ zu erneuern. Ist das eine faire Beschreibung dessen, wie Banken derzeit aufgestellt sind?
Vielleicht im Durchschnitt. Aber wie jeder Durchschnitt ist auch dieser eine Karikatur. Manche Banken wären froh, wenn sie mit Technologie arbeiten könnten, die erst 20 Jahre alt ist! Einige Kernbankensysteme wurden in den späten sechziger Jahren in Assembler geschrieben. Wenn man über die Karikatur hinausblickt, findet man bei Banken einen Mix aus verschiedenen Technologien. Einiges davon wurde gestern geschrieben, einiges letztes Jahr und einiges ist deutlich älter. Bei HSBC betrieben wir etwa 50 Kernbankensysteme für 38 Millionen Kunden in 68 Ländern und waren in über 100 Ländern geschäftlich aktiv. Wir hatten mehr als 7.000 Anwendungen im Einsatz. Ist das Spaghetti? Tatsächlich war ich ein großer Fan unserer Technik. Selbst nach einer Verschlankung benötigte HSBC noch mindestens viertausend bis fünftausend Anwendungen.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Stärke von Vault Core?
Banken sind komplex. Man hat Filialen, mobile Kanäle, Online-Banking, Kontaktzentren, KYC, Onboarding, Personalwesen, Datenanalyse, Produktentwicklung und alles rund um Betrugserkennung und Finanzkriminalität. Wenn das Kernbankensystem modern und durchdacht ist und über die gesamte Technologie von Vault Core verfügt, wird die Umsetzung all dieser Dinge so viel einfacher. In meinem früheren Job als COO bei HSBC hätte ich Vault Core gewollt, um alles, was eine Bank tut, einfacher, besser und schneller zu machen. Es eröffnet eine Welt voller Möglichkeiten.
Wer ist der ideale Kunde für Thought Machine?
Wir glänzen vor allem bei etablierten Banken mit den anspruchsvollsten Anforderungen. Hier unterscheidet sich Thought Machine deutlich von unseren Wettbewerbern. Die neue Generation von Kernbanken-Anbietern konzentriert sich eher auf kleine Banken und Neobanken, daher werden sie uns langfristig keine Konkurrenz machen. Andere liefern ihre Produkte als Bausatz, der dann vor Ort bei der Bank zusammengebaut wird. Auch hier ist Thought Machine anders. Vault Core ist ein professionell entwickelter, ausgereifter Kern für Privat- und Geschäftsbanken, die in relativ kurzer Zeit migrieren können. Natürlich bedienen wir auch Neobanken hervorragend. Aber etablierte Banken treiben unser Produkt dazu an, immer stärker zu werden. Wenn man ein wirklich besonderes Produkt will, das die Welt verändern kann, muss man mit etablierten Banken wie Lloyds zusammenarbeiten. In diesem Bereich gibt es also derzeit keinen Wettbewerber für Thought Machine.
Was halten Sie von unserem CEO Paul Taylor?
Super, super engagiert und voller Energie. Er ist ein klassischer Gründer-CEO. Ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die eine klare Meinung haben und so viel Tatendrang wie Paul besitzen. Er hat die Fähigkeit, eine Strategie zu entwickeln und diese dann beharrlich voranzutreiben. Entschlossenheit ist wirklich wichtig. Das bedeutet, selbst wenn wir mal ein oder zwei Grad vom Kurs abweichen, kommen wir letztendlich dort an, wo wir hinmüssen. Ein CEO, der zögert und jede Woche alles infrage stellt, wird nie irgendwo ankommen. Bei Paul wissen wir, dass wir unser Ziel erreichen werden.
Was halten Sie von der Arbeitskultur bei Thought Machine?
Ich liebe die Tatsache, dass die Leute authentische Gespräche führen können, bei denen sich jeder in die Ideen einbringt, auf die es ankommt. Es gibt kaum Bürokratie. Vielleicht wird sie vor dem Vorsitzenden versteckt! Ehrlich gesagt habe ich bisher kaum Politik erlebt. Es ist eine flache Organisation. Die Leute haben keine Angst, Fehler zuzugeben, was eine wichtige Eigenschaft in jedem Unternehmen ist. Die Qualität der Technik ist erstklassig. Aber – und das sage ich als Ingenieur – ein überlegenes Produkt allein reicht nicht aus. Man muss auch in anderen Disziplinen exzellent sein, was Thought Machine tut. Unser Kundenservice ist außergewöhnlich. Wir bieten großartige Unterstützung in den Bereichen Finanzen, Recht, Personal und Technik. Die Kultur bei Thought Machine besteht darin, das Gesamtpaket zum Laufen zu bringen, anstatt sich nur auf eine Sache zu konzentrieren.
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich liebe es, in der Küche zu stehen. Wenn ich das so bescheiden sagen darf: Ich koche auf Restaurantniveau. Meine Frau droht mir ständig damit, mich bei Masterchef anzumelden, aber das wäre vielleicht etwas übertrieben. Ich hatte kurzzeitig die Gelegenheit, in Profiküchen zu arbeiten, und habe es überlebt, ohne die Küche abzufackeln oder etwas zu ruinieren. Ich koche französisch, italienisch, chinesisch und indisch. Gestern Abend gab es Char Siu mit Kaiserschoten sowie eine Pilzbeilage mit Gurke und Shaoxing-Wein. Ich lebe in einer ländlichen Gegend, in der es kein Uber Eats gibt, daher bin ich manchmal einfach froh, hochwertiges Fast Food selbst zuzubereiten.
Fantastisch. Danke, Andy!
Sehr gerne!







