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Kerry Harrison

May 15, 2023

Wie schneidet Vault Core im Vergleich zu geschlossenen Systemen ab und was bedeutet das für die Produktentwicklung?

Banken und Fintechs müssen heute in der Lage sein, ihre Dienstleistungen schnell an Wettbewerb, Marktveränderungen und neue Vorschriften anzupassen – manchmal innerhalb von Tagen, wenn nicht sogar Stunden. 

Eine Bank muss möglicherweise die Zinssätze für ihre Kreditprodukte anpassen, um auf gestiegene Refinanzierungskosten zu reagieren, eine Stundung von Hypothekenraten anbieten oder kurzfristig Konditionen einer Kreditkarte ändern. 

Angesichts sich schnell wandelnder Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse stehen Entscheidungsträger in Banken vor einer schwierigen Frage: Wie lassen sich hochwertige Produkte schnell und gleichzeitig kosten- und zeiteffizient bereitstellen? 

Closed-Box-Systeme: Wenn Produktinnovationen ausgebremst werden 

Viele Banken arbeiten heute noch mit geschlossenen Altsystemen (Legacy-Systemen). Bei einem solchen Closed-Box-System ist der zugrunde liegende Produktcode durch den Anbieter gesperrt, was die Bank daran hindert, eigene Produktmerkmale zu definieren. Einige Systeme bieten zwar eine begrenzte Auswahl an Konfigurationsparametern, bleiben aber weitgehend unflexibel und können sich nicht an veränderte Marktbedingungen anpassen. 

Diese Systeme waren für eine vergangene Ära des Telefon- und Filialbankings geeignet, als Kunden lediglich ein grundlegendes Angebot an Produkten wie Girokonten, Sparkonten und Kreditkarten erwarteten. Ein Closed-Box-System erlaubt es der Bank schlichtweg nicht, innovative, personalisierte Produkte zu entwickeln, da sie auf einen festen Satz verfügbarer Parameter beschränkt ist.

Ein Closed-Box-System wird den Anforderungen moderner Kunden nicht gerecht. Es schränkt die Produktinnovation auf verschiedene Weise ein:

  • Manuelle Änderungen: Banken, die mit veralteten Closed-Box-Systemen arbeiten, haben Schwierigkeiten, automatisierte Änderungen an Produkten oder Konten in großem Umfang vorzunehmen. Um eine Kondition über viele Konten hinweg zu ändern – etwa bei Zinsanpassungen oder Gebühren –, ist die Bank auf manuelle Eingriffe des Anbieters angewiesen. Das ist teuer und zeitaufwendig. Gelegentlich sahen sich Banken sogar gezwungen, ganze Produktlinien einzustellen, weil sie die Konditionen nicht rechtzeitig an neue regulatorische Anforderungen anpassen konnten.
  • Abhängigkeit vom Anbieter: Anbieter von Legacy-Software verwalten in der Regel den gesamten Quellcode und stellen lediglich Schalter bereit, um eine begrenzte Anzahl von Funktionen ein- oder auszuschalten. Der Anbieter ist für die Kern- und Produktsysteme (Kreditkarten, Kontokorrent, Kredite usw.) verantwortlich. Da der zugrunde liegende Produktcode für die Bank nicht zugänglich ist, muss sie sich bei der Änderung bestehender oder der Konfiguration neuer Produkte auf den Anbieter verlassen. 
  • Service-Zuverlässigkeit: Bei einem Altsystem sind viele Dienste eng miteinander verknüpft und voneinander abhängig. Das bedeutet, dass eine kleine Änderung in einem Bereich des Systems – ob geplant oder reaktiv – einen großen Teil oder sogar den gesamten Dienst beeinträchtigen kann. 

Smart Contracts: Eine leere Leinwand für die individuelle Produktgestaltung

Vault Core ist anders – es ist ein Open-Box-System. Wir ermöglichen es Banken, über eine universelle Produkt-Engine jedes beliebige Finanzprodukt zu entwickeln. Mit dieser Universal Product Engine erhalten Banken Zugriff auf eine Bibliothek vorgefertigter Finanzprodukte, eine umfassende Dokumentation, Tools sowie unser Framework für die Produktentwicklung: Smart Contracts.

Smart Contracts ermöglichen es Banken, ihre eigene Logik zu schreiben und Produkte über eine einfache Schnittstelle von Grund auf neu zu erstellen. Die Bank kann diese Produkte schnell entwickeln, massenhafte Änderungen ohne Abhängigkeit von Thought Machine vornehmen und dabei sicherstellen, dass der kritische Plattformcode zu keinem Zeitpunkt berührt wird. Smart Contracts fördern die Produktinnovation aus mehreren Gründen:

  • Kontrolle: Die Konfigurationsschicht von Vault Core ist von der Plattformschicht entkoppelt. Dadurch können Banken Änderungen an Produkten vornehmen, ohne den Code der gemeinsamen Plattform verändern zu müssen. Mit Smart Contracts können Banken die Produktlogik definieren, um Produkte zu aktualisieren, zu replizieren oder anzupassen – ganz ohne Abhängigkeit von Thought Machine.
  • Produktagnostisch: Die Produkt-Engine von Vault Core ist per Definition universell. Sie berücksichtigt die von ihr ausgeführten Produkte nicht und wird in keiner Weise von ihnen beeinflusst. Diese bewusste Designentscheidung stellt sicher, dass unsere Kunden jedes gewünschte Produkt in jeder beliebigen Konfiguration erstellen können.
  • Produktbibliothek: Alle unsere Kunden haben Zugriff auf eine globale Produktbibliothek mit vorgefertigten Smart Contracts – von Giro-, Einlagen- und Kreditkonten bis hin zu Multi-Währungs-Wallets und Scharia-konformen Produkten. Diese können vor der Einführung angepasst oder mithilfe von Python-Code komplett neu entwickelt werden.
  • Konfigurierbarkeit auf Feature-Ebene: Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen können Banken die Parameter jedes Smart Contracts auf Feature-Ebene definieren, was die Produktanpassung erheblich beschleunigt. Währungen, Basiszinsen, Zinssätze, Zahlungsgebühren und Kreditlaufzeiten sind Parameter, die die Bank einfach im Smart Contract festlegen und ändern kann. 
  • Erstklassige Tools: Banken erhalten Zugriff auf eine umfassende Dokumentation und das Software Development Kit (SDK) für Smart Contracts. Diese Tools ermöglichen es Banken, das Verhalten von Smart Contracts zu simulieren, um sicherzustellen, dass alle Produkte vor der Markteinführung gründlich getestet, durchdacht und leistungsstark sind.

Was bedeutet das in der Praxis?

Nehmen wir als Beispiel unseren Kunden, die Trust Bank.

Trust nutzte vorgefertigte Smart Contracts, um die Produkteinführung zu beschleunigen. Die Bank konfigurierte und entwickelte diese Verträge, um ein umfassendes erstes Produktportfolio auf den Markt zu bringen, das Kreditkarten, Sparkonten und eine Unfallversicherung für Familien umfasste. Nach dem Start konnte Trust die Produktparameter basierend auf Kundenfeedback innerhalb weniger Tage anpassen und neue Funktionen entwickeln.

Banken, die geschlossene Systeme nutzen, sind bei Änderungen an vordefinierten Produkten auf den Anbieter angewiesen. Die Entwicklung von Produkten in Altsystemen dauert oft Monate oder gar Jahre. Trust hingegen konnte deutlich schneller innovieren, ohne von Thought Machine abhängig zu sein.

Andererseits könnte eine Bank versuchen, ein innovatives Finanzprodukt von Grund auf neu zu entwickeln. Unser Kunde, die C6 Bank, wollte beispielsweise ein CO2-Ausgleichskonto einführen, das die Transaktionen von Kredit-, Debit- und Girokonten mithilfe einer Berechnungs-Engine überwacht. Diese Engine misst Transaktionen im Verhältnis zum CO2-Verbrauch oder einem entsprechenden Maßstab.

Dies wurde durch Smart Contracts ermöglicht, die es der C6 Bank erlaubten, das Produkt mithilfe einer Teilmenge von Python-Code von Grund auf neu zu erstellen. Die C6 Bank definierte die Produktlogik und arbeitete mit einem CO2-Berechnungsanbieter zusammen, um das innovative Produkt auf den Markt zu bringen.

Bei einem geschlossenen System hätte die Bank den Anbieter bitten müssen, ein neues Produkt zu entwickeln, was teuer und zeitaufwendig gewesen wäre. Zudem wäre dieses Produkt von Kredit-, Debit- und anderen Konten isoliert geblieben, was zu einem schlechteren Kundenerlebnis geführt hätte. Die Bank wäre nicht in der Lage gewesen, das Produkt ohne Abhängigkeit vom Anbieter durch innovative Erweiterungen zu verbessern. 

Die Welt der Altsysteme hinter sich lassen

Geschlossene Systeme sind in der Bankentechnologie weit verbreitet. Sie bieten Low-Code- oder No-Code-Schnittstellen für geringfügige Produktanpassungen, koppeln die Produktkonfiguration jedoch eng an die Kernprozesse. Diese Intransparenz und Starrheit funktioniert nicht in einer Welt, in der Bankkunden jeden Tag mehr fordern und erwarten.

Mit moderner Open-Box-Technologie wird sich das Bankwesen zum Besseren verändern. Banken müssen sich nicht mehr darum sorgen, wie sie Funktionen bauen – sie werden sie einfach bauen.