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Paul Taylor, Chief Executive Officer, Thought Machine

April 16, 2020

Die Nachfrage nach COBOL-Expertise unterstreicht die Fragilität kritischer Infrastrukturen

Die Nachfrage nach COBOL-Expertise unterstreicht die Fragilität kritischer Infrastrukturen

„Wir haben buchstäblich Systeme, die über 40 Jahre alt sind, und es wird viele Analysen geben. Eine davon auf unserer Liste wird lauten: ‚Wie konnten wir an einen Punkt gelangen, an dem wir buchstäblich COBOL-Programmierer brauchten?‘“ – Gouverneur Phil Murphy

Ich war nicht im Geringsten überrascht, als der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, kürzlich einen Aufruf an Freiwillige startete, die COBOL beherrschen – eine Programmiersprache, die 1959 entwickelt wurde. Die technischen Schulden in der Infrastruktur der Finanzdienstleister haben sich über Jahrzehnte angehäuft und zeigen nun ihr hässliches Gesicht.

Eine technologische Zeitbombe

Ein Anstieg der Arbeitslosenanträge in den USA Anfang April hat die technischen Grenzen der Mainframe-Hardware und -Software des Bundesstaates New Jersey auf die Probe gestellt. Es sind Systeme, die lange vor Neil Armstrongs erster Mondlandung entwickelt wurden. Um es klar zu sagen: Dies sind die Systeme, die 43 % der weltweiten Bankensysteme und fast 100 % der amerikanischen Geldautomaten-Transaktionen abwickeln. Ich sollte es eigentlich nicht aussprechen müssen, aber die globale Bankenbranche sitzt auf einer technologischen Zeitbombe.

Es ist ebenso erschreckend zu sehen, wie sich Organisationen bilden, um COBOL am Leben zu erhalten. Entwickler im Ruhestand haben technische Beratungsfirmen gegründet, die sich dafür einsetzen, kritische Systeme mit dieser veralteten Sprache weiter zu betreiben.

Denen sage ich: Ihr haltet die kritische Infrastruktur des Banken- und öffentlichen Sektors künstlich am Leben. Kunden leiden, weil sie keinen Zugang zu den Geldern und Dienstleistungen erhalten, die sie benötigen. Es gibt immer die Möglichkeit, auf skalierbare, moderne und ausfallsichere Technologie umzusteigen.

Befürworter von Altsystemen begehen einen schweren Fehler, wenn sie glauben, dass man nichts reparieren muss, solange es nicht kaputt ist. Tatsächlich sorgt die routinemäßige Bereitstellung von Upgrades auch ohne akute Probleme für eine höhere Ausfallsicherheit der Infrastruktur. Wenn wir Systeme nicht kontinuierlich modernisieren, werden sie mit der Zeit irreparabel. Siehe New Jersey.

Der Migrationsirrtum

Diese Verfechter halten an dem Argument fest, dass es schlicht keine Option gebe, auf moderne, Cloud-native Systeme umzusteigen. Sie behaupten, dass alter Code untrennbar mit kritischen Systemen verbunden sei und ein Migrationsaufwand unermesslichen Schaden anrichten würde. Das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Vorausschauende, langfristig orientierte Unternehmen vollziehen diesen Schritt bereits. Unsere Arbeit mit Standard Chartered, Atom, Lloyds Bank und SEB zeigt, dass Cloud-native Infrastruktur im Finanzwesen funktioniert – und zwar in großem Maßstab.

Täuschen Sie sich nicht: Eine Migration ist für jede IT-Transformation in großem Maßstab eine bedeutende Aufgabe, aber sie ist nicht unüberwindbar. Ein gut geplantes und strukturiertes Migrationsprogramm – wie wir es bei Thought Machine einsetzen – minimiert das Risiko und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern erheblich.

Cloud-native: Der Motor globaler Innovation

Cloud-native Computing ist der Motor der Unternehmens-IT und der Verbrauchertechnologie. Das Internet und alle seine Zusatzdienste wären ohne die Leistungsfähigkeit von Cloud-native Computing praktisch stumm. Dies schließt die unzähligen Bildungs-, Gesundheits- und Logistiksysteme ein, die heute perfekt in der Cloud funktionieren, ohne eine einzige Zeile alten Codes.

Google ist ein Synonym für Internetdienste für Verbraucher. Die Infrastruktur von Amazon ist das Rückgrat des Internets. Spotify, Airbnb und Netflix haben ihre jeweiligen Bereiche dominiert, indem sie die Kraft Cloud-nativer Technologie genutzt haben. Dies sind die Systeme und Plattformen, die sich angesichts beispielloser Erschütterungen behaupten werden.

Wenn ein Cloud-Unternehmen einen Nachfrageschub erlebt, müssen keine Ingenieure im Ruhestand mehr einberufen werden. Cloud-native Systeme konfigurieren sich wie immer dynamisch neu und passen sich elastisch an die jeweilige Last an.

Sollten Ingenieure benötigt werden, dann solche, die fundierte Kenntnisse in Cloud-native-Denkweisen und modernem Core-Banking-Design mitbringen. Es sind Experten, die in erster Linie Hochverfügbarkeit, Fehlertoleranz, Elastizität und Resilienz gewährleisten. Sie liefern Innovationen und Funktionen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses – statt Brände zu löschen. Es ist Zeit für die Migration; die Kosten des Zögerns sind zu hoch.